Bjoern Olausson

Über Salsa
Friday, 09 November 2007 03:41
Die Verwirrung über die verschiedenen Arten der Latino- und Afro-Karibischen Musik beruht weniger auf wirklichen Unterschiedenen als auf Vermark-tungs-Strategien. Nach der Revolution '59 gingen viele kubanische Musiker ins amerikanische Exil. So begann eine unterschiedliche Entwicklung in den beiden Ländern. Diese Trennung verursachte eine leidenschaftliche Diskussion darüber, wie die kubanische Musik in den USA bezeichnet werden sollte.
Die Bezeichnung Salsa führte zu großen Meinungsverschiedenheiten seit er zu Beginn der 70er Jahre eingeführt wurde. Viele kubanische Musiker bestanden darauf, dass es Salsa an sich gar nicht gab und es sich nur um den kubanischen Son handelte, der für kommerzielle Zwecke aufgepeppt wurde. Aber Salsa erregte weltweit so viel Aufsehen, dass es schließlich akzeptiert wurde. Man darf allerdings nicht vergessen, dass Musiker aus Puerto Rico und auch Musiker aus anderen lateinamerikanischen Ländern einen großen Einfluss darauf hatten, wie die Musik in den USA weitergegeben und auch weiter-entwickelt wurde. Ihre Einflüsse schufen einen neuen Stil, der neu war und anders als das, was auf Kuba gespielt wurde.

Während sich die Latino-Musik in den 60er Jahren in New York mehr oder weniger an den traditionellen, vorrevolutionären kubanischen Stilen orientierte begannen die kubanischen Musiker mit neuen Musikstilen zu experimentieren, die amerikanischen Ursprungs waren. Sie begannen, Elemente aus Jazz, Fusion und Rock mit Tanzmusik zu mischen und entfernten sich von der traditionellen Linie um den Geschmack des Publikums zu treffen. In den 70er Jahren erreichte Salsa die Ostküste. Zu dieser Zeit erfreute sich Salsa bereits enormer Popularität und wies ein bemerkenswertes Wachstum in der Plattenindustrie auf.

Die Entwicklung der Musik in den letzen Jahrzehnten kann man klar nach verfolgen. Generell kann man die nach-revolutionäre kubanische Musik (dazu gehören Dance Music, Jazz, New Troubadour, und Timba), Jazz und Latin Fusion ( wozu auch Latin Rock gehört, ein Stil der vor allem an er Westküste der USA entstanden ist) unter dem Begriff Ost-Küsten Salsa zusammenfassen. Wenn man die verschiedenen Aspekte dieser Evolution erforscht ist es vor allem interessant die Entwicklung der verschiedenen Instrumente in den verschiedenen Stilen zu beobachten und vor allen Dingen wie bestimmte Rhythmen und Motive in den einzelnen Richtungen produziert werden. Viele der Änderungen und Entwicklungen betrafen vor allem die Percussion-Instrumente während das Klavier seine Rolle als Instrument des Son und seiner Variationen behielt.

Was man nicht vergessen sollte, wenn man über Salsa oder einen der vielen anderen Musikstile, die afro-karibischen Ursprungs sind, spricht sind die Rhythmen, die alle so entwickelt wurden, dass man dazu tanzen kann. Das Tanz eines der wichtigsten Elemente der karibischen Kultur ist, ist nichts neues. Seit der Ankunft der spanischen Siedler waren alle Reiseberichte voll von Texten über die vielen Feste und Tänze der Lateinamerikaner. Vor allem für die Kubaner waren Musik und Tanz immer ein wichtiger Teil des sozialen Lebens. Hinweise dazu findet man in den zahllosen Essays, Artikeln und Berichten von Forschern, die sich detailliert damit befassen. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist in jedem Fall als bedeutendste Stufe in der Ver-mischung von Musik- und Tanzstilen anzusehen, die ursprünglich aus Afrika und Europa stammen.

Während dieser Zeit gewann das Tanzen mit Partnern zunehmend an Popularität, beeinflusst durch Walzer, Polka und Country (Country Dance, Contra-Danze). Zu Beginn des 20. Jahr-hunderts tanzte man in Kuba vor allen Dingen Danzon, der direkt von Habanera und dem Contra-Danze abstammt. Seitdem hat sich in Kuba viel verändert. Es scheint, als gäbe es einen Punkt, an dem das Publikum genug hat von der Musik und nach einem neuen Stil sucht, der unterhaltsam genug ist, um die Leute zum Tanzen zu bringen. Zuerst, wie schon erwähnt kam der Danzon, der, als er zu langweilig wurde mit Gesang zum Danzonete ergänzt wurde um die Musik weniger strukturiert, somit lebendiger, aber auch ruhiger für die Tänzer zu machen. Anfang der 30er Jahre kam dann der Son. Aber nach einiger Zeit langweilte sich das Publikum wieder und die Musiker waren gezwungen neue Rhythmen zu finden. Auf diese Weise entstand Mambo in den 40ern, in den 50er Jahren der Chachach, der Pachanga in den 60ern und so ging es weiter bis in den 80ern der Songo und die Timba in den 90er-Jahren entstand.


Text von Salsa in Cuba
Last Updated ( Friday, 09 November 2007 04:44 )
 

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